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Chronik der Stadt St. Goarshausen

Vorbemerkung

Wir möchten die Leser dieser Chronik darauf hinweisen, dass der Text von Jörg Ritzel im Jahre 1940 geschrieben wurde. Er endet mit dem Kapitel 1918 – 1930, enthält also keine kritischen Betrachtungen, wie man sie nach den Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus und dem 2. Weltkrieg erwarten würde.

Die Chronik dokumentiert teilweise unerträgliche nationalistische oder sogar rassistische Grundeinstellungen und enthält viele heute unhaltbare historische Annahmen oder Urteile.

Dazu einige Beispiele:

Im Kapitel „Von Urbeginn“ wird der Begriff „arische Rasse“ verwendet (im dritten Absatz für die Kelten reklamiert). Wir verwenden den Begriff „Rasse“ aus guten Gründen heute sehr viel zurückhaltender, etwa bei der Beschreibung von Hunderassen. Die Vorstellungen von einer „indogermanischen Rasse“ sind überholt.

Die Charakterisierung des Verhältnisses zwischen Römern und den germanischen Volksgruppen ist ebenfalls nicht mehr zeitgemäß und folgt dem überholten Schema „römische Eindringlinge“, die die Germanen „versklavten“, welche tapfer ihre Heimat verteidigten. Dies wird dem wechselhaften Verhältnis beider und dem kulturellen Austausch nicht gerecht, welcher gerade die Rheinregion seit Menschengedenken geprägt hat.

Noch grotesker ist die Beschreibung der Völkerwanderung, bei der – wie zur Zeit banaler, nationalistischer Geschichtsklitterung – von einer „urgewaltigen Unrast … der Deutschen“ berichtet wird, von „ungehemmter nordischer Volkskraft“, die wie eine „geschichtliche Götterdämmerung“ über die antike Welt hereinbrach. Von „krankhaftem Drang nach Süden“ ist dort die Rede und es wird die Mahnung mitgegeben „… die ins Welschland zogen, sind im Romanentum untergegangen.“ Der absurde Rassismus wird besonders in der darauf folgenden Formulierung vom „kostbaren deutschen Blut, das zum Volksdünger wurde“ deutlich. Die Verwechslung von „germanisch“ ( so problematisch wie der Begriff ohnehin ist) und „deutsch“ ist ebenso irreführend wie die Annahme, die germanischen Eroberer in Südeuropa hätten die antike Welt „gedüngt“.

Diese Beispiele sollten hier genügen.

Wir bitten unsere Leser, die Chronik in diesem Lichte sehr kritisch und vorsichtig zu lesen.

Vorbemerkung mit freundlicher Unterstützung von Herrn Kraatz