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Die Stadttore

Den beiderseitigen Abschluß der durch das Städtchen sich windenden engen Straße bildeten zwei Tore: im Osten das obere Tor hinter dem viereckigen Turm – die Stelle ist heute noch zu erkennen! – und im Westen das untere Tor, auch Forstbachtor genannt, das sich am Ende der heutigen Kleinen Burgstraße hinter der jetzigen Bahnüberführung befand, wo auch der Fußpfad zur Katz abzweigte. Vom Tor aus führte der Weg über eine steinerne Bachbrücke nach dem noch unbebauten unteren Wiesengelände und nach Wellmich hin. Der Forstbach floß noch offen der Stadtmauer entlang und wurde erst im vorigen Jahrundert überwölbt, woraus der heutige Marktplatz entstand.

Beide Tore wurden mit Einbruch der Nacht, sowie an Sonn-und Feiertagen während des Gottesdienstes geschlossen, damit die Torwächter nicht verhindert waren, die Kirche zu besuchen. Überhaupt hatte während des Gottesdienstes kein Fremder etwas im Ort zu suchen. Wer abends nach Toresschluß noch herein wollte, mußte erst gehörig ans Tor klopfen und für das Öffnen 3 Kreuzer obendrein bezahlen.

Im Übrigen war jeder Bürger abwechselnd zum Wachtdienst an Toren und Ringmauer verpflichtet, durfte aber, wenn er verhindert war, einen Ersatzmann stellen, der von ihm zu bezahlen war. Befreit vom Wachtdienst waren nur die Geistlichen, Beamten und Lehrer.

In alten Kirchenbüchern findet man zuweilen bei einem angesehenen Bürger den Vermerk: “Bürger und Nachtswächter“. Mit dem neuzeitlichen Begriff “Nachtswächter“ ist dies also nicht zu verwechseln, da das Wort im alten Sinne ein Ehrenamt bedeutete, zumal die altbürgerlichen Torwächter meist wohlbewehrte Männer waren, die ihre Waffen-Lanze, Streitaxt, Armbrust oder Gewehr – selber stellen mussten, genau wie jeder neue Bürger verpflichtet war, einen Feuereimer zu besitzen. Jeder trug das Wohl der Stadt auf seiner Hand.

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Die hier vorgestellten Ansichten entsprechen weder denen der Urheber dieser Internetseite noch möglicherweise dem modernen Stand der Geschichtsforschung.

Wir verweisen auf das einleitende Kapitel zur Erläuterung.